Presse

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

Kamenz . Kamenz ohne den Beauty & Hair Salon Foerder? Unvorstellbar! Seit 42 Jahren schon verwöhnt man hier die weibliche wie männliche Kundschaft mit auserlesenen Produkten, geschickter Handwerkskunst und dem besonderen Etwas, das für viele mittlerweile einfach zum Friseurbesuch dazu gehört. Ob kleine Handmassage, heiße Kompressen, jahreszeitlich wechselnde Rituale – an der Nordstraße 14 werden Individualität und zusätzliche Verwöhnmomente großgeschrieben. Und es ist kein Ende abzusehen. Glücklicherweise. Denn Ernst Foerder, der bereits 1977 die Türen zu seinem exklusiven Salon aufschloss und hier die Zügel bis Ende 2018 fest in der Hand hielt, wechselte kürzlich mit seiner Gattin in den wohlverdienten Ruhestand. Seit dem 1. Januar betreibt nun die Foerder Beauty Hair GmbH & Co. KG das erfolgreiche Geschäft. An ihrer Spitze die Gebrüder Wockatz aus dem Oberland. Natürlich lag dem Friseurmeister und leidenschaftlichen Kamenzer Unternehmer viel daran, sein Lebenswerk weiterzugeben. Doch die Nachfolge in der eigenen Familie schießt leider nur selten wie Pilze aus dem Boden. Viele Jahre beschäftigte sich Ernst Foerder deshalb mit einer passenden Unternehmenszukunft. Wer seine Arbeit und das, was er geschaffen hat liebt, schließt nicht einfach so die Tür hinter sich zu. Auch im Sinn der treuen, jahrzehntelangen Kundschaft nicht.

 

Als „Meisterwechsler“ aktiv

 

„Der Familie Foerder lag vor allem auch am Herzen, dass die Mitarbeiter und der Name des Salons Bestand haben“, heißt es von der neuen Firmenspitze. „Und dies konnten wir zusichern, es war sogar eine Voraussetzung unsererseits.“ Auch wenn die beiden Brüder branchenfremd sind, können sie bereits auf eine längere

Erfolgsgeschichte zurückblicken. Mit ihrer Firma, der „Meisterwechsel GmbH“, haben sie nämlich bereits einige gut laufende Firmen in Sachsen und vor allem in der Oberlausitz in die nächste Generation geführt. So zum Beispiel den Pflegesalon Goßler in Beiersdorf. Oder Fliesen Donner in Bautzen sowie das Kosmetikinstitut Panitz in Löbau. Die Brüder Wockatz spezialisieren sich dabei immer auf kleinere Unternehmen mit ein bis zwei HandvollMitarbeitern, die es meistens doch

schwerer haben, aus eigener Kraft eine gute Nachfolge zu akquirieren. „Bei größeren mittelständischen Firmen gibt es meistens deutlich mehr Interessenten“, wissen die„Meisterwechsler“.

 

Verschiedene Überlegungen

 

Auch beim Salon Foerder in Kamenz gab es im Vorhinein durchaus mehrere Ansätze undverschiedene Überlegungen, wie es weiter gehen könnte. Die

„Meisterwechsler“ stießen bei Ernst Foerder jedoch auf offene Ohren und Herzen. Man überzeugte mit dem plausiblen Konzept. Und guten Empfehlungen aus der Geschäftswelt.Wohl wissend, was man da für einen Schatz in Petto hatte.

 

„Vielen Firmeninhabern ist allerdings immer noch nicht bewusst, mit welchem Pfund sieüberhaupt wuchern können. Allein der große Kundenstamm in der

 

Friseur-Branche ist goldwert. Bei Familie Foerder trafen wir dazu noch auf absolute Vorzeigeunternehmer, die sehr stolz auf sich sein können und auf das, was sie da geschaffenhaben“, so Wockatz.

 

Doppelspitze leitet Salon

 

Und in deren Sinne läuft das Geschäft seit dem 1. Januar nun weiter. Das beste Kompliment für eine erfolgreiche Übernahme ist, wenn die Kundschaft kaum etwas davon mitbekommt, heißt es. Das Kamenzer Team mit zwei Friseurmeisterinnen, einer Rezeptionistin, einer Beauty-Assistentin, vier Master-Stylistinnen sowie einer Auszubildenden leistet eine tolle Arbeit. Auch, um den ehemaligen Chef stolz zu machen. An der Rezeption hat mittlerweile die langjährige Mitarbeiterin Karla Reimann Platz genommen und hält die freundlich-kompetente Verbindung zur Kundschaft. „Wir haben in Kamenz eine Doppelspitze etabliert mit eben der engagierten Rezeptionistin sowie Salonleiterin Annette Reichert. Und wir konnten sogar schon eine zusätzliche Friseurin einstellen“, erzählen die Gebrüder Wockatz. Die Mitarbeiter waren freilich gespannt auf ihre neuen Chefs. Nach vier Monaten bescheinigen sie den „Meisterwechslern“eine prima Arbeitsweise.

 

Auf 180 Quadratmetern können sich die Kunden also weiterhin in aller Entspannung ihrer Schönheit hingeben. Das Team ist eine besondere Mixtur aus verschiedensten Persönlichkeiten. Dass die Mitarbeiter hier schon überdimensional lange zusammenarbeiten,hat seinen Grund. Ernst Foerder schwärmte schon vor

zehn Jahren: „Ausbildung hatte bei uns schon immer Priorität. Das Team bestehtausschließlich aus eigens herangezogenen Gewächsen, wenn man das mal so

ausdrücken möchte.“ Und dieser Weg endet nicht.

Sächsische Zeitung

KAMENZ

16.05.2019 17:00 Uhr

Wie Foerders Lebenswerk weitergetragen wird

Das Friseurgeschäft in Kamenz hat viele Kunden. Und das bereits seit 1977. Nun ging der Chefin den Ruhestand – gut vertreten durch die „Meisterwechsler“.

Sächsische Zeitung

Löbauer & Zittauer Zeitung

17.02.2022

Sie sammeln Oberlausitzer Firmen

Zwei Brüder aus dem Raum Löbau/Bautzen und ein Partner aus Pulsnitz übernehmen für Firmenchefs, die keinen Nachfolger finden. Dreimal hat das schon gut geklappt.

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Meistens ist es ja umgekehrt: Da hat jemand ein Talent, eine bestimmte Fertigkeit und würde sich damit gern selbstständig machen, weiß aber nicht so recht, wie das alles klappen kann. Bei Sandro und Thomas Wockatz, die in Großschweidnitz und Hochkirch leben, war es genau anders herum. Die Brüder – beide in eher kopflastigen Berufen zu Hause als Steuerfachangestellter und Jurist – wollten etwas Eigenes machen. „Aber ich habe zwei linke Hände und bin auch nicht kreativ“, sagt Thomas Wockatz lachend. Womit also eine eigene Firma gründen?

Den Brüdern fiel auf, dass immer mehr Firmen in der Oberlausitz vergeblich Nachfolger suchten. Viele Unternehmen wurden nach der Wende gegründet, die Inhaber waren damals noch   jung, so um die 30.  Rechnet man da jetzt 30 Jahre dazu, wird deutlich, dass ein großer Teil der Gründer von damals bald in den Ruhestand geht“, erklärt Wockatz das in Ostsachsen und der Oberlausitz weit verbreitete Problem der Unternehmensnachfolge. Viele finden niemanden, der die Firma übernimmt. „Da kommt eine große Bugwelle auf die Region zu“, so Wockatz. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Sachsen meldet, dass nach aktuellem Stand bis 2026 etwa 7.600 Firmen einen Nachfolger brauchen, rund 190.000 Unternehmen sind es in ganz Deutschland. Das hat das Institut für Mittelstandsforschung in Bonn ermittelt.

„Mitarbeiter trauen sich oft nicht zu, die Firma zu übernehmen, in der sie bisher gearbeitet haben“, hat Thomas Wockatz die Erfahrung gemacht. Sie hätten zwar die Fachkenntnisse in der jeweiligen Branche, scheuten sich aber vor der Bürokratie, die so eine Unternehmensführung mit sich bringt. „Aber der Papierkram,das ist genau mein Ding“, sagt Wockatz.

Und  so  entstand  die  Grundidee  zu „Meisterwechsel“, wie beide ihr eigenes Unternehmen nannten, das  inzwischen aus der Idee entstanden ist: gut etablierte Firmen übernehmen, die einen Nachfolger suchen. Der Name bleibt bestehen, die Mitarbeiter werden übernommen, ebenso wie die Struktur. Lediglich im Impressum ändert sich etwas. „So bleibt die Angebote der Firmen für die Region erhalten und auch die Arbeitsplätze“, erklärt Wockatz die Geschäftsidee. Große Industriefirmen waren bei der Suche nach übernahmefähigen Betrieben für die Brüder kein Thema. „Die Oberlausitz lebt ja gerade von den kleineren Handwerksbetrieben mit guten und qualifizierten Mitarbeitern.“ Und so ein Unternehmen zu führen, bedeute auch soziale Verantwortung, sagt Wockatz. Nicht nur die Arbeitsplätze bleiben in derRegion erhalten, sondern auch das Fachwissen und die Kompetenz, die über Jahre entstanden sind. „Wir führen sozusagen Lebenswerke fort. Das ist unser Ziel.“

Die Brüder stießen auf die Plattform „Nexxtchange“, stöberten dort nach Firmen, die einen Nachfolger suchten. Und fanden einen Betrieb in Löbau: das Kosmetikinstitut Panitz. Territorial war das für beide ideal – Thomas Wockatz lebte in Beiersdorf und ist heute in Großschweidnitz zu Hause, sein Bruder Sandro wohnt mit der Familie in Hochkirch. Mit der Inhaberin wurden sie sich einig und übernahmen vor mittlerweile bald zehn Jahren den Kosmetiksalon in Löbau. Die Inhaberin arbeitete noch eine Zeit lang mit, bevor sie sich zurückzog und das Geschäft ganz abgab.

Später kam Fliesen-Donner in Bautzen hinzu. Als dritte Tochterfirma übernahm

„Meisterwechsel“ dann 2019 den Frisörsalon „Foerder Beauty-Hair“ in Kamenz. In Kamenz hat „Meisterwechsel“ inzwischen auch seinen Sitz. Eine Bilderbuch-Übernahme, wie Thomas Wockatz sagt. Das Inhaber-Ehepaar zog sich aus dem Geschäft zurück. Eine Mitarbeiterin übernahm die Sa-

lonleitung. „Für die Kunden ändert sich nach außen nichts. Sie behalten ihre Ansprechpartner. Das ist Teil unseres Konzepts“, so Wockatz. Die Gesichter im Vordergrund bleiben die gewohnten. Das Team von „Meisterwechsel“ kümmert sich im Hintergrund um die nötigen Verwaltungsabläufe, die in so einem Unternehmen anfallen. Der frühere Inhaber vom Foerder-Salon steht nach wie vor mit Ratschlägen zur Seite, wenn es nötig ist.

Guter Kontakt zu ehemaligen Chefs

Überhaupt pflegt das Team von „Meisterwechsel“ guten Kontakt zu den ehemaligen Chefs der Firmen, die sie übernommen haben. Jedes Jahr gibt es ein Weihnachtsessen, man tauscht sich aus. Nun haben Sandro und Thomas Wockatz Erfahrungen gesammelt mit den ersten drei Tochterfir- men und wollen die Sache größer aufziehen. Dazu haben sie inzwischen einen weiteren Mitstreiter ins Boot geholt: Daniel Mager aus Pulsnitz hat selbst Erfahrung mit einer Firmenübernahme. Er führt das Hotel und Restaurant „Waldblick“ seiner Eltern in Pulsnitz weiter, nachdem er seinen Job als Beamter an den Nagel gehängt hat. Parallel zu seiner Arbeit im Hotel gehört er nun auch zum Team von „Meisterwechsel“. Außerdem dabei ist Manuela Meißner, die „Fliesen Donner“ in Bautzen leitet und sich bei „Meisterwechsel“ um das Marketing kümmert – für alle drei Tochterfirmen, die inzwischen dazu gehören. Nun sucht das Unternehmen weitere Firmen zur Übernahme. Daran sind einige Bedingungen geknüpft, damit alles passt:

„Es soll eine Altersnachfolge sein und das Unternehmen müsste eine Größenordnung von mindestens fünf Mitarbeitern haben“, erklärt Daniel Mager, worauf ankommt. Zudem sollte das Unternehmen etabliert sein, also wenigstens zehn Jahre am Markt. Und: Es sollte im Raum Ostsach- sen sein. „Wir sind mit dem Herzen in der Region verwurzelt und wollen hier etwas für die Region tun.“ Die Branche hingegen spielt keine Rolle. „Denn wir führen die Firma ja nicht fachlich, das sollen die Mitarbeiter vor Ort übernehmen.“

In der nächsten Zeit steht nun vor allem ein Projekt an: „Meisterwechsel“ will sich in der Region bekannter machen und mit Firmeninhabern in Kontakt kommen. So wollen die Gründer sich bei der IHK vorstellen, damit auch diese das Angebot unter Firmeninhabern publik macht, die einen Nachfolger suchen. Geplant sind eigene Veranstaltungen, auf denen sie sich interessierten Unternehmern vorstellen, wenn das wieder in Präsenz möglich ist, berichten Wockatz und Mager von ihren Plänen. „Wir haben da keinen Druck, sondern wol- len gesund wachsen. Wir suchen uns die Firmen in Ruhe aus.“ Denn auch die Che- mie müsse stimmen. Zudem soll„Meister- wechsel“ selbst wachsen und sich künftig noch mehr Mitarbeiter um die Belange im Hintergrund kümmern.